Топик по немецкому языку - Zentralverwaltungswirtschaft
(централизованно управляемая экономика)



Die sozialen Nachteile des kapitalistischen Wirtschaftssystems im 19. Jahrhundert waren Anlass, nach neuen Wegen und Ordnungen der Wirtschaft zu suchen. Karl Marx entwickelte in zahlreichen Schriften seine Gedanken zur Änderung der wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Verhältnisse. Die in seinem Hauptwerk „Das Kapital" erhobene Forderung nach Sozialisierung oder Verstaatlichung des Grundbesitzers und der Produktionsmittel wurde Grundlage jener sich als Gegenströmung zur freien Marktwirtschaft des kapitalistischen Systems gebildeten Wirtschaftsordnung.

Vorteile der Zentralverwaltungswirtschaft (преимущества):

Die Zentralverwaltungswirtschaft verhindert die Missatände und soziale Ungerechtigkeiten des kapitalistischen Wirtschaftssystems. Rücksichtloses Gewinnstreben, Erwirtschaftung von Millionenvermögen, Ausnutzung wirtschaftlichen Märkte für politische Zwecke durch einzelne Großunternehmen sind weitgehend ausgeschlossen. Die Stabilität von Wirtschaft und Währung sowie  die Vollbeschaftigung können für längere Zeit gesichert werden. Der Staat kann seine wirtschaftlichen Anstrengungen auf ganz bestimmte Ziele konzentrieren und so auf bestimmten Gebiete erzielen (z.B. Weltraum Erforschung in der ehmaligen UdSSR).

Nachteile der Zentralverwaltungswirtschaft (недостатки):

Der Zentralverwaltungswirtschaft fehlt einer der wichtigsten Antriebe der freien Marktwirtschaft: die Aussicht auf Gewinn. Der Wettbewerb als Motor der Wirtschaft ist ausgestattet. Mangelhafte Qualität der produtierten Güter, schlechter Kundendienst und lange Lieferfristen sind oft die Folgen. Einheitsware wird zu den vom Staat diktierten Einheitspreisen angeboten. Der Verbraucher hat nur die Wahl, die staatlich hergestellten Güter zu kaufen oder ganz auf den Kauf verzichten. Die Praxis beweist ständig, dass die Güterversorgung in diesem Wirtschaftssystem schlechter ist als in der Marktwirtschaftsordnung. Die Löhne werden nicht zwischen gleichberechtigten Tarifpartnern ausgehandelt, sondern ebenfalls vom Staat diktiert. Menge und Art der Produktion werden nicht durch die Nachfrage der Verbraucher bestimmt, sondern von der staatlichen Planungsbehörde im Voraus festgelegt. Die Bedürfnisse der Verbraucher werden dabei nicht vorausberücksichtigt. Deshalb kommt es dazu, dass die Güter, die dringend gebraucht werden, fehlen, andere warten, die kaum gefragt sind, stehen in jeder Menge zur Verfügung. Der Verbraucher kann oft nicht kaufen, was er gerne möchte, sondern muss kaufen, was er gerade da ist. In der Zentralverwaltungssystem ist der Mensch hilflos dem Staat ausgeliefert. Der Weg von der wirtschaftlichen Bevormundung führt auch zur politischen Knechtheit. Zur Durchführung dieser Wirtschaft ist ein riesiger Verwaltungsapparat mit viel Personal notwendig. Dadurch entstanden hohe Kosten, die sich in den Preisen niederschlagen. Verschiedene Zweige der Volkswirtschaft werden vom Staat unterschiedlich gefördert. Häufig wird die Produktion in der Verbrauchsgüterindustrie (z.B. Fernsehgeräte, Autos, elektrische Hausgeräte) zurückgedrängt und die Schwer- und Rüstungsindustrie (z.B. Stahlindustrie, Raketen- und Atomtechnik) vom Staat bevorzugt.

"Deutsche Wirtschaftssprache für Wirtschaftsstudenten", Л.Н. Селюжицкая